Den Spätherbst und Winter nutzen


Eigentlich sind sie wahre Künstler... sowohl im Bauen als auch im Verstecken...

 

Wenn man sich einmal Vogelnester (bitte nur verlassene, um die Tiere nicht bei Brut und Aufzucht zu stören!) anschaut, findet man nicht nur die unterschiedlichsten Materialien verarbeitet, sondern eine bemerkenswerte Haltbarkeit. Verwobene Zweige, Papierstreifen, Moos aber auch fremde Federn sowie Tierhaare bilden trotzt optischer Zartheit ein stabiles Nest.

 


 

Aber nicht alle Vogelarten benötigen derartige Aufzuchtplätze.

Anders, als Freibrüter, bevorzugen bestimmte Gattungen Höhlen oder Halbhöhlen.

Nicht immer sind diese aber in unseren Gärten zu finden. Hier kann der Vogelfreund Abhilfe schaffen. Schon für recht wenig Geld bietet der Handel die verschiedensten Nisthilfen an. Achten sollte man bei diesen ebenfalls darauf, dass keine "Giftstoffe" verwendet werden. Klebstoffe zum Beispiel erhitzen bei starker Sonneneinstrahlung und Wärme, und können so den Nistkasten zur tödlichen Falle für die Jungvögel machen. Gleiches gilt für Farben. Wenn auch der Mensch vielleicht mit großer Begeisterung für bunt bemalte Nistkästen ist... den Tieren ist die Optik wahrscheinlich egal bzw. werden sie möglicherweise ohnehin natürlich aussehende Nistplätze bevorzugen. Wichtig ist der richtige Platz, der Schutz vor Witterung und Feinden bietet. 

 


Da einige Vogelarten bereits sehr früh mit der Brut beginnen, sind Spätherbst und Winter die Zeit, in der man bereits Vorbereitungen für die nächste Brutsaison treffen kann. 

 

Vorhandene Nistkästen und -höhlen sollten gereinigt werden, um optimale und gesunde Gegebenheiten für die zukünftigen Bewohner zu schaffen.

Altes Nistmaterial muss entfernt werden, und die gründliche Reinigung der Kästen und Höhlen sollte mit heißem Wasser (ohne Zusätze!) erfolgen.

 

 Zuvor aber unbedingt einen vorsichtigen Blick hinein werfen, 

denn gelegentlich nutzen kleine Nager, wie beispielsweise der Siebenschläfer oder die Haselmaus, Nistkästen als Wohnsitz oder für ihren Winterschlaf.

 

Wer denkt, die Reinigung von Nisthilfen es sei unnötige Arbeit, den wird dieses traurige Foto sicher umstimmen.

 

Nicht nur Kot oder möglicherweise Ungeziefer kann im alten Nistmaterial sein.

Leider haben auch nicht alle Jungvögel einen guten Start in´s Leben, und schaffen es, das Nest zu verlassen. 


Was für ein Nistkasten soll es sein?


Das Anbringen von neuen Nistkästen kann zu jeder Zeit erfolgen. 

 

Wer sich etwas eingehender mit dem Thema befasst, stellt fest, dass es fast eine kleine Wissenschaft ist. Die Ausrichtung des Kastens, der Aufstellplatz oder Anbringeort werden wahrscheinlich genau so Einfluss auf die Annahme der Nistmöglichkeit nehmen, wie die Art. Kästen, Halbhöhlen, Höhlen und viele weitere Varianten gibt es.

Natürlich können wir letztlich nicht entscheiden, welche Vögel sich bei uns im Garten heimisch fühlen, doch ein passendes Nistangebot kann helfen. Wer ohnehin regelmäßig beobachtet, welche Vögel Futterplätze und Wasserstellen aufsuchen, kann aber gezielt für diese Gruppe eine Heimstatt anbieten.

Die im Handel zu findenden Nistkästen weisen zumeist aus, welche Vogelarten damit besonders angesprochen werden.

 

Wer selbst Bastler ist, sollte nicht nur einige Maßangaben berücksichtigen, sondern ganz besonders auf Material und Verarbeitungsmittel achten. (Von Klebstoffen oder chemisch behandelten Hölzern gilt es, die Finger zu lassen!) Viele Plattformen im Internet bieten Kästen, Höhlen usw. an. Wer dabei auch darauf achtet, wo er kauft, kann zusätzlich beispielsweise Natur- oder Tierschutzeinrichtungen unterstützen.

 

Grundsätzlich wird dazu geraten, alle Nistgelegenheiten an einem geschützten Platz anzubringen. Sowohl Schutz vor extremer Witterung als auch vor Nesträubern ist wichtig. Bei Höhlen und Kästen empfehlen Experten, die Einfluglöcher nach Süd-Ost auszurichten.(Höhlenbrüter stört zu starke Sonneneinstrahlung.)

 

Das vorbereitende Einlegen von Nistmaterial ist sicher gut gemeint, doch davon wird abgeraten. Die Vögel wählen das Material lieber selbst aus, meinen Experten. Wer helfen möchte, kann Moos ausharken und zum Trocknen liegen lassen. Zarte, kleine Zweige werden für den Nestbau ebenfalls gern genutzt.

 

Wer Nistmaterial im Handel kaufen möchte, sollte unbedingt beachten, dass es in keinster Form chemisch behandelt wurde. Angeboten werden beispielsweise Fasermaterialien wie Cocos oder auch Baumwollfasern. Ganz wichtig ist der Blick darauf. Diese Nisthilfen dürfen keinesfalls zu lang oder verknäult sein (um ein Verheddern im Material zu vermeiden), dies könnte tödlich für die Vögel enden.

 

Wer im Frühjahr Nistkästen anbringt, sollte nicht enttäuscht sein, falls diese nicht umgehend bezogen werden. Viele Vögel schauen sich bereits im Herbst nach der zukünftigen Kinderstube um, sodass sie ihre Entscheidung vielleicht schon für ein anderes Domizil getroffen haben.

Also nicht traurig sein – bestimmt klappt es im nächsten Jahr dann mit dem Einzug! 


Hier ein Beispiel, wie es sich unsere Rotschwänzchen (Halbhöhlenbrüter) mittels fremder Federn, Moos, Zweigen und ein paar Hundehaaren in ihrem Nest bequem gemacht hatten. Dank fleißig fütternder Eltern konnten fünf junge Rotschwänzchen gesund von hier aus in ihr Leben starten.