Kastration

Ein sensibles Thema ist die Kastration von Katzen und Katern.

Manche Katzenbesitzer sind unschlüssig oder gar dagegen, da es sich um eine Operation handelt. Auch die Kosten schrecken möglicherweise ab. Ebenso besteht leider noch immer der Irrglaube, dass eine Katze zumindest einmal Junge haben sollte, um Krankheiten “vorzubeugen”.

 

Tierärzte klären dahingehend auf, dass die Kastration nicht nur eine Tierschutzmaßnahme ist, um die unkontrollierte Vermehrung und damit später einhergehendes Katzenelend zu vermeiden. Im Gegensatz zur Sterilisation verlieren die Tiere durch die Kastration, egal ob männlich oder weiblich, den Geschlechtstrieb. Mit diesem geht stets viel Stress einher, welcher somit ebenfalls wegfällt. Auch Unfallgefahren im Straßenverkehr werden geringer, denn rollige Katzen oder kämpfende Kater nehmen oft ihre Umwelt in solchen Situationen scheinbar kaum wahr. Besonders Kater werden deshalb als Opfer von Verkehrsunfällen in Tierarztpraxen häufig behandelt.

 

Ebenfalls Grund für tierärztliche Versorgung sind die Verletzungen, die Kater sich gegenseitig zufügen. Katzenhalter klagen auch gelegentlich darüber, dass das vorher so liebe Tier nach Erreichen der Geschlechtsreife plötzlich ungewünschte Charakterzüge zeigt, aggressiv wird oder viel streunt. Kater in Wohnungshaltung werden laut Aussage von Tierärzten zumeist kastriert, da sie ihr Revier markieren, was für den menschlichen Geruchssinn sehr unangenehm ist.

Es gibt also viele überzeugende Gründe, die für die Kastration sprechen.

 

 

 

Vor und nach der Operation

 

Natürlich birgt jeder Eingriff Risiken, das ist unumstritten. Doch durch gründliche Untersuchungen und die Beachtung möglicher Vorerkrankungen können die Tierärzte verantwortungsvoll handeln und Risiken minimieren. Meist werden Kastrationen nach dem sechsten beziehungsweise achten Lebensmonat vorgenommen, also nach dem hauptsächlichen Eintritt der Geschlechtsreife. Es gibt aber auch Tiere, die früher geschlechtsreif sind. Hier sollte auch früher gehandelt werden. Deshalb ist es für jeden Katzenbesitzer empfehlenswert, sich konkret zu seinem Tier beraten lassen, um den richtigen Zeitpunkt für die Kastration zu finden.

 

 

Gleich wird die Katze warm eingewickelt und in ihre Box gelegt. Das weibliche Tier wurde eben kastriert, ein Eingriff von etwa 30 Minuten. Es wird noch einige Zeit dauern, bis es völlig aus der Narkose erwacht ist. Erst dann darf es die Box verlassen, etwas saufen und ganz wenig fressen. Bereits am Folgetag gibt es aber wieder Futter in normaler Menge, und abgesehen von der Naht am Bauch, ist die Katze dann zumeist schon wieder ganz die “alte”. Beim weiblichen Tier werden generell die Eierstöcke entfernt. Ob und weshalb auch die Entfernung der Gebärmutter erfolgen sollte, ist individuell zu klären. Ein Argument ist, dass nicht selten Krebserkrankungen an diesem Organ auftreten. Aber auch hier hilft das Vorgespräch mit dem Tierarzt. Bei männlichen Tieren erfolgt die Entfernung der Keimdrüsen.

 

So, wie die Katzen, die als Haustiere leben, werden auch „unsere“ wildlebenden Katzen nach der Kastration behandelt. Bei ihnen schauen die verantwortlichen Tierschützer aber nicht nur nach dem guten Gesundheitszustand, bevor sie zurück an ihren Auffindeort gebracht werden. Um den Tieren nach den OP den bestmöglichen Neustart zu ermöglichen, wird hier auch auf die Witterung sowie die unbedingte weitere Betreuungsmöglichkeit geachtet. Dies beinhaltet regelmäßige Fütterungen, kontinuierliche Beobachtung und zukünftige medikamentöse oder tierärztliche Versorgung.